Montag, 18. August 2014

Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd!

 - William Shakespeare, Richard III.



Das dritte Quartal ist in unserer Familie immer ein wahrer Geburtstagsmarathon - von Anfang Juli bis Ende September wird ständig gefeiert. Für meine Zwecke also eine paradisische Zeit, da ich nach Lust und Laune neue Rezepte und ausgefallene Ideen ausprobieren kann. Gerade im kleinen Familienkreis kann man da auch mal eigene Kreationen wagen, ohne das 'Gesicht zu verlieren' wenn es mal nicht ganz so gut geworden ist.

Im August stand nun also zunächst der Geburtstag meiner zweiten Schwester ins Haus. Nachdem ich den meiner ältesten bereits verpasst hatte (da war ich leider noch am studieren in der Ferne), ließ ich mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen. Noch dazu ist eine hübsche Torte ein schönes Geschenk, wenn man nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügt.
Die erste fixe Idee für meine pferdenärrische Schwester war eine Pferdefigur aus Fondant auf einer grünen Kokos-Wiese - um diese Idee herum musste eine Torte entwickelt werden.

Im Juni hatte ich ja bereits eine sehr leckere Himbeer-Torte anlässlich des Geburstages meines Großvaters gebacken, die überall sehr gut an kam. Aber ich backe ungerne die gleiche Torte mehrfach - noch dazu eignete sich diese Torte nicht als Motivtorte. Als Basis für weitere Überlegungen war sie aber perfekt.

Heraus gekommen ist eine Pina-Colada-Torte mit Pferd.

Aufgebaut ist die Torte aus einem klassischen Mürbeteigboden ganz unten und dann drei Bisquitböden als Schichten. Gefüllt ist die Torte mit einer Kokos-Ananas-Creme (Pina-Colada eben) und einem Ananas-Fruchtspiegel. Die Wiese ist wie geplant aus gefärbten Kokosflocken entstanden.

Ein paar Details zur Torte:

Die Kokosflocken und den Ananasspiegel habe ich bereits am Vortag vorbereitet.

Die Kokosflocken (ich empfehle hier die etwas teurere Variante von Seeberger zu nehmen, da hier die Flocken etwas größer sind und so eine schönere Grasstruktur entsteht) habe ich mit einem kleinen Klecks Pastenfarbe und ein paar Tropfen Wasser eingefärbt. Am Besten tastet man sich an die Farbmenge heran, um das perfekte Grasgrün zu erhalten. Ich empfehle hier für Einmalhandschuhe zu tragen, sonst sind die Finger gleich mit grasgrün gefärbt. Über Nacht können die Flocken dann wieder etwas austrocknen, da sie sonst sehr klebrig sind und sich nicht gut verteilen lassen.

Den Fruchtspiegel habe ich aus 350g pürrierter Dosenananas und sieben Blatt Gelatine zubereitet. Die Masse habe ich in eine mit Backpapier ausgelegte Springform gefüllt und möglichst glatt gerstrichen. Sobald das Ganze zu gelieren begann, ab ins Eisfach damit.

                      Die Füllung:

200 g Schmand
1 Pck. Vanillin-Zucker
500 g Kokos-Joghurt
400 g kalte Schlagsahne
100 ml Pina-Colada-Sirup von Monin
75 g Zucker
12 Bl. Gelatine weiß

1/3 der Masse wurde mit 150g pürrierter Dosen-Ananas gemischt.
Die restlichen 2/3 wurden noch mit etwas weißem Rum verfeinert.



Aus der 'hellen' Masse wurden die ersten beiden Tortenschichten gemacht, die dritte Schicht bildete der vorbereitete Fruchtspiegel. Diesen zunächst leicht antauen lassen und dann auf den zweiten Tortenboden legen, dritten Boden oben drauf. So bekommt man eine perfekte Ananas-Schicht. Der Vorteil des halb-gefrorenen Bodens gegenüber einer frischen Ananasschicht zeigt sich dann beim Ummanteln der Torte.
Sobald die Creme im Kühlschrank schön fest geworden, kam der Tortenring ab und die Ananas-Creme statt dessen um den Kuchen herum. Da die Ananas-Schicht durch das einfrieren noch immer sehr stabil ist, vermischt sich die Frucht nicht mit der Creme und es gibt keine große Sauerei. Später beim Essen ist die Fruchtschicht dann aber schön aufgetaut.










Die fertig ummantelte Creme wurde dann noch mit dem eingefärbten Kokos bestreut und mit dem Fondant-Pferd dekoriert. Ich habe als angedeuteten Zaun noch ein paar Mikadostäbchen in die Torte gesteckt. Leider habe ich am Ende dann vergessen die bereitgelegten Zuckerblümchen noch auf der Wiese zu verteilen - aber es sah auch so sehr schön aus. 







Anmerkungen:
Die Torte kam super an und war auch recht lecker, ein paar Sachen würde ich aber beim nächsten Mal ändern.

Ich würde im Nachhinein mehr Creme machen und die äußere Ananas-Creme-Schicht damit dicker machen. Die ist bei mir doch recht dünn geworden und damit etwas unter gegangen. Beim Rum habe ich einen guten Schuß rein, das hätte auch etwas mehr sein können, das hat man beim Abschmecken super harmonisch rausgeschmeckt, in der Torte selbst später kam es kaum raus.
Ob man dem Fruchtspiegel noch etwas Zucker zusetzt ist Geschmackssache, wer es gerne sehr süß mag kann das machen. Aber im Grunde ist die Creme im Zusammenspiel süß genug.

Sonntag, 8. Juni 2014

Pop it like it's hot

- frei nach Snoop Dogg



Anlässlich der Geburtstage meines Paten und dessen Cousine, wollte ich mal wieder etwas neues ausprobieren. Vor Kurzem habe ich mich mit Cake Pops - kleinen Kuchen am Stiel - beschäftigt, war aber von der Konsistenz der klassischen Version nicht sehr begeistert. Diese werden aus zerbröckeltem Kuchen gemischt mit Frischkäse, Schokocreme oder ähnlichem hergestellt. War aber nicht so mein Ding.

Das Prinzip der kleinen Kugeln gefiel mir aber sehr gut. Daher habe ich relativ schnell die Alternativ-Version  für mich entdeckt. Diese wird direkt als Kugel in einer entsprechenden Form gebacken und hat daher die Konsistenz von klassischem Kuchen. Die Form besteht aus zwei Hälften die aufeinander gesetzt werden. In die unteren Halbkugeln wird der Teig gefüllt, der dann beim Backen in die obere Halbkugel aufgeht. Perfekt! Das A und O bei Cake Pops ist jedoch die Dekoration - dafür braucht man sehr viel Geduld muss ich sagen.


Für den Geburtstag habe ich dreierlei Rezept-Variationen verwendet, die alle auf einem Eierlikör-Kuchen basierten. Den Alkohol habe ich dann jedoch ausgetauscht. So hatte ich Eierlikör, Cointreaux und Amaretto-Kugeln. Leider war davon in den Kugeln später praktisch nichts zu schmecken, obwohl ich mich an die Mengen gehalten hatte :( Waren trotzdem lecker :)


Damit ich die einzelnen Rezepte auseinander halten kann und weil es einfach geil aussieht wenn man rein beißt, habe ich die einzelnen Teige entsprechend der Geschmacksrichtung ein wenig mit Pastenfarbe eingefärbt. Eierlikör gelb, Amaretto rot und Cointreaux orange.

 
Die fertigen Kugeln am Besten für eine kleine Weile ins Eisfach legen, so härtet später die Glasur schneller aus und läuft nicht an der Kugel runter. Die Stiele kurz in die Glasur oder geschmolzene Schokolade tunken und dann in die Kugeln pieksen. Das Ganze dann nochmal kalt stellen, damit der 'Kleber' auch gut hält. Der kleine Rand um den Stiel entsteht beim hineinschieben und hält den Stiel in der Kugel.

Zur Dekoration dann die Kugeln in die Kuchenglasur oder geschmolzene Schokolade tauchen und überschüssiges leicht abklopfen. Zum Trocknen dann aufrecht stellen - beispielsweise in ein Glas mit Zucker oder einen speziellen Cake-Pop-Ständer.




Ich habe mit weißer Kuchenglasur und passendem Streugut dekoriert. Für die Amaretto-Kugeln (=Mandellikör) wählte ich gehackte Mandeln und für die Cointreaux-Kugeln (=Orangenlikör) Schoko-Splitter. Die Eierlikör-Kugeln wurden als kleine Küken dekoriert - dafür wurde die weiße Kuchenglasur natürlich gelb eingefärbt. Leider hat mein Stift nicht so gut funktioniert, deshalb gucken sie teilweise etwas verwirrt. Aber verwirrte Küken sind auch niedlich ;)

Als Ständer habe ich einen Steckmoos-Quader halbiert und mit Alufolie umwickelt. Mit einem Schaschlickspieß dann unbedingt Löcher vorpieksen, damit die Lollistiele gut reingleiten. So hat man dann auch direkt die entsprechende Geschenkverpackung.



Leider habe ich etwas getrödelt und deshalb mussten die Bilder dann in aller Schnelle auf dem Weg zum Geburtstag im Auto gemacht werde. Noch dazu war es unheimlich heiß an diesem Tag (35+ °C), sodass die Kugeln auf dem Weg etwas gelitten haben. Nächstes mal besser im Winter verschenken. Kamen trotzdem gut an und wurden nach dem Überreichen einfach schnell in den Kühlschrank gestellt :)

Donnerstag, 5. Juni 2014

Selbst wenn man eine rosarote Brille aufsetzt, werden Eisbären nicht zu Himbeeren

- Franz Josef Strauß


Meine Himbeertorte ist eine meiner leckersten Werke, wurde jedoch so spontan entschieden und zubereitet, dass ich das Bilder schießen völlig vergessen habe. Daher bleibt mir nur ein Bild vom Kuchenbuffet. Anlass war diesmal der 83. Geburtstag meines Großvaters, der sich sichtlich über das Torten-Geschenk gefreut hat.

Drinnen ist eine Joghurtcreme mit Himbeersirup und pürrierten Früchten auf Mürbeteig- bzw. Bisquitböden. Oben drauf frische Himbeeren mit einem leckeren Guss.

Details:

Die Creme habe ich zubereitet aus
200 g Schmand
1 Pck. Vanillin-Zucker
500 g Natur-Joghurt
100 ml Himbeersirup
75 g Zucker
12 Bl. Gelatine weiß 

Unter die leicht gelierende Creme habe ich dann noch 400 g geschlagene Sahne untergehoben, dann ca. 1/3 der Creme abgenommen und diese mit100 g pürrierten  TK Himbeeren vermischt.

Auf den Mürbeteigboden kam die Hälfte der hellen Creme, dann der erste Schoko-Bisquit, dann die restliche Creme, der zweite Boden, dann die Hälfte der dunklen Creme und der letzte Boden. Nach dem Kaltstehen konnte der Tortenring dann ab und die Torte wurde mit der restlichen Creme am Rand bestrichen. Oben drauf wurden weitere 300g TK-Himbeeren (gefroren) aufgesetzt und mit einem Guß aus 2 Päckchen rotem Tortenguss nach Packungsanleitung, zubereitet mit 25g Zucker, 300ml Apfelsaft und 100 ml Himbeersirup, bedeckt.

Die Torte ist super lecker fruchtig und durch die Joghurtcreme extrem leicht und fluffig im Mund. Ideal für heiße Sommertage.

Sonntag, 1. Juni 2014

Blaubeer-Macarons

Vor Kurzem hatte ich das Vergnügen den neuen Frischkäse Buko Blaubeere testen zu dürfen. Pur aufs Brot mag ich ihn nur ab und an, ich steh allgemein nicht so auf Fruchtaufstriche abgesehen von echter Marmelade. Aber ich habe sofort das Potenzial für die Chaosküche entdeckt. Da ich jedoch keine Zeit hatte, ein Tortenrezept zu entwickeln, wandte ich mich statt dessen an meine Schwester. Die hat seit einiger Zeit die leckeren Macarons für sich entdeckt. In meinen Augen stellte der Buko die perfekte Basis für eine leckere Cremefüllung dar. Gesagt getan - die Macaron-Deckel haben wir nach einem Standard-Rezept aus dem Internet zubereitet. Wir haben Pinke Gelfarbe untergerührt, da wir uns dachten, dies würde schön mit dem Blaubeer-Ton harmonieren.

Auf das Blech gespritzt sah es auch richtig gut aus - leider hat die Farbe diesmal das Backen nicht überstanden. Die fertigen Deckel waren höchstens im Inneren Zartrosa.
Die Creme bildete trotzdem einen schönen Kontrast und sah richtig schön Blaubeerig aus.


Geschmacklich lässt sich sagen, dass die Creme relativ süß ist. Zusammen mit den sowieso recht süßen Macarons ist es Geschmackssache. Wer auf süß steht, der wird diese Kombination lieben. Wer es lieber dezent süß mag, sollte den neuen Buko vielleicht doch lieber als Cupcake-Topping oder ähnliches Nutzen. Hier hat man mehr Spielraum bei der Zuckermenge im Teig.

Ich werde mit meiner letzten Packung auf jeden Fall noch mal etwas anders ausprobieren. Mal sehen was mir da noch so schönes einfällt :) 

Samstag, 25. Januar 2014

Da wird ja das Huhn in der Pfanne verrückt - Part II

Erinnert ihr euch noch an Hermann?

Nach meinem Testlauf rückte nun der eigentliche Geburtstag immer näher. Daher ging ich die einzelnen Aspekte meines Kuchens noch einmal durch. Teig und Füllung hatten mir und meinen Testessern sehr gut gefallen. Lediglich das Fondant wollte ich beim eigentlichen Kuchen lieber durch etwas anderes ersetzen.

Die Wahl fiel auf Italian Meringue, da sie ein wenig das fedrige wiederspiegeln könnte.
Für die Italian Meringue 180g Zucker mit 100ml Wasser aufkochen und für 3-4 Minuten kochen lassen. In dieser Zeit 3 Eiweiß mit ein paar Tropfen Zitronensaft steif schlagen. Wenn der Sirup schöne große Zuckerblasen wirft und gerade so ein wenig beginnt Farbe zu bekommen wird das Ganze in einem dünnen Strahl zum Eiweiß gegossen und dabei kontinuierlich weiter geschlagen. Die Meringue ist fertig, wenn sie schön glänzt und Spitzen stehen bleiben.
 Den Teig habe ich diesmal in einer rechteckigen Form gebacken, da ich das Ganze ein wenig größer haben wollte und Hühner ja nun auch nicht wirklich rund sind. Da diesmal der Kuchen leider kaum aufgegangen ist, brauchte ich insgesamt 3 Rezepte, aus denen jeweils 2 Böden geschnitten wurden. Die Creme habe ich 1,5fach angerührt, im Nachhinein war es aber doch zu wenig. Hier hätte ich ruhig das doppelte anrühren können. Da ich diesmal kein Fondant nutzen würde, fiel die Buttercreme als extra Hülle weg.

Geschichtet und ein bisschen in Form geschnitten.
Für den Hals habe ich vom Kuchen vor dem Füllen ein Stück Rand abgeschnitten. Diese Stücke wurden dann wiederum (Halb-)Kreisförmig ausgestochen und mittels eines Schaschlick-Spießes aufgestapelt. Für den Schnabel und den Kamm wurde ein entsprechendes Stück zurecht geschnitten und ebenfalls aufgespießt.

Kurz vor dem Servieren habe ich dann die oben beschriebene Baisermasse angerührt. Oh weh, Drama, denn es war erst zu wenig, der zweite Zuckerschwung ist auskristallisiert weil ich zu langsam war mit dem Eiweiß, und beim dritten Anlauf war ich zu ungeduldig und habe den Zucker nicht lange genug einkochen lassen. Dementsprechend war die Baisermasse etwas zu flüssig und ließ sich nur schwer auf das Huhn aufspritzen.
Aber am Ende war es dann alles einigermaßen eingedeckt und konnte mittels eines Küchen-Brenners noch ein wenig Farbe verpasst bekommen.

Für die Augen wurden einfach zwei Schokotropfen auf das Baiser geklebt.

Leider ist der Schnabel durch das Baiser etwas weniger kantig geworden,
aber man erkennt es trotzdem oder? :)


Sogar ein kleines gewelltes Pürzelchen gab es ;)

Der Anschnitt

Der Kuchen hatte tatsächlich die Ausmaße eines Bielefelder Kennhuhns, dass im Durchschnitt gut 3-5 kg auf die Waage bringt. Erst war ich etwas erschrocken, als das fertige Objekt vor mir stand - so viel Kuchen. Aber tatsächlich waren gut 2/3 des Kuchens verspeist  obwohl es auch noch anderen Kuchen gab. Und für den Rest haben sich dann auch noch Abnehmer gefunden ;)


Donnerstag, 16. Januar 2014

Da wird ja das Huhn in der Pfanne verrückt! - Part I

Neues Jahr, neues Glück. Da der Geburtstag meiner Mutter direkt im neuen Jahr anstand, musste eine neue Idee für den Jahrestag her. Nach der eher klassischen Fondant-Torte zu Weihnachten, sollte es diesmal wieder etwas ausgefalleneres sein.

Die Idee: eine 3D-Torte.
Natürlich sind alle Torten im Grunde 3D, aber hier sollte der ganze Kuchen eine Figur darstellen. Da ich dieses Verfahren aber noch nie gemacht habe, musste definitiv ein Probelauf her. Was bietet sich da besser an als die Kommilitonen mit Torte zu beglücken?

Aber zurück zum Anfang - die Planung.
Es sollte wie gesagt etwas ausgefallenes sein, aber trotzdem zu meiner Mutter passen. Und was liegt da näher als das Hobby zu "vertortlichen"? Meine Mutter hält und züchtet nun schon seit geraumer Zeit Hühner, genauer gesagt Bielefelder Kennhühner. Und genau die sollten nun als Modell herhalten.


Fotoshooting mit den Modellen
Nachdem das Ziel feststand, ging es daran den Aufbau auszutüfteln. Da ich mit dem Geschmack und der Konsistenz der Pfirsich-Weihnachtstorte nicht zufrieden war, wollte ich dem Pfirsich noch eine zweite Chance geben. Diesmal aber (wie bereits angekündigt) ohne Fertig-Creme und Co.

Da ein 3D-Kuchen ja geschnitzt wird, dürfen die Cremeschichten nicht zu dick werden. Darüber hinaus muss der Teig recht fest sein, damit die unteren Ebenen das Gewicht auch aushalten.
Ich habe mich daher für einen stabilen Rührkuchen entschieden, den ich für meine Bedürfnisse angepasst habe.

Likör-Rührkuchen 
400g Mehl
1P Backpulver
200g Zucker
1P Vanillezucker
1 Prise Salz
250g weiche Butter
3 Eier
125ml Milch
125ml Mischung aus Sahne + Likör, je nach Gewünschter Itensität (in meinem Fall Pfirsichlikör), alternativ Eierlikör

Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz sehr schaumig schlagen.
Eier einzeln hinzugeben und jedes Ei gut verrühren.
Backpulver, Mel, Milch und Likör-Mischung abwechselnd unterheben/auf kleinster Stufe kurz unterrühren (nicht länger als nötig rühren)
In Form füllen, bei 200 Grad O/U oder 180 Grad Umluft ca. 45-55 Min backen
Das Ganze hab ich dann in meinem Tortenring in zwei Schwüngen gebacken, da ich zwei verschiedene Größen haben wollte. Jeden Kuchen konnte ich dann (nachdem ich den unebenen Deckel abgeschnitten hatte) in drei gleichmäßige Böden schneiden.

Tipp: Den Kuchen rundherum mit einem Messer auf der gewünschten Höhe leicht einritzen. Dann ein Stück Nähfaden in die Rille einlegen und mit beiden Händen kräftig ziehen, sodass der Faden zügig aber gleichmäßig durch den Kuchen gezogen wird. So werden die Böden schön gleichmäßig ohne viel Aufwand.
Die Tortencreme sollte diesmal auch etwas leichter und vor allem pfirsiger werden. Daher entschied ich mich für eine Creme auf Frischkäse-Basis. Diese wurde mit Likör und püriertem Pfirsich aromatisiert und mit Gelatine standfest gemacht.
50 ml Pfirsichsaft mit 150g Frischkäse und 3-6 El Zucker glatt rühren. Anschließend 1/2 Dose Pfirsiche pürieren und unterrühren. 150 ml Sahne mit 1 Pck Sahnesteif und 1 Pck Vanillezucker steif schlagen und ebenfalls unterheben. Für den nötigen Stand noch 1 Pck Gelatine-Fix (zum kalt anrühren) unterheben. Alternativ könnt ihr natürlich 4-5 Blatt klassische Gelatine zum Einweichen nach Packungsanleitung nutzen. Das Ganze für eine Weile kalt stellen, bevor es ans Füllen geht.
Vor dem Zusammensetzen habe ich dann die restlichen Pfirsiche von der Füllung noch in sehr schmale Spalten geschnitten. Als zusätzliches Element habe ich dann noch Pfirsichmarmelade benutzt. Die einzelnen Schichten wurden dann nach Lust und Laune aus den einzelnen Elementen (Creme, Frucht, Marmelade) kombiniert.

Die dunkle Linie ist natürlich durch den zweiten Kuchenboden entstanden.
Diesen Probekuchen habe ich dann noch mit einer einer Swiss Meringue-Buttercreme eingehüllt, die ich als Gegenaroma mit Kokossirup aromatisiert habe.

Über dem Wasserbad 2 Eiweiß mit 50g Zucker mischen und auf ca. 60°C erhitzen. Auf keinen Fall heißer, da sonst das Eiweiß gerinnt. Der Zucker sollt sich vollständig im Ei auflösen (mit den Fingern prüfen). Anschließend die Mischung mit einer Prise Salz sehr steif schlagen bis die Masse erkaltet ist. Jetzt in kleinen Stücken 200g Butter hinzugeben und rühren, rühren, rühren. Zunächst wird die Maße sehr flüssig und merkwürdig geronnen aussehen, keine Angst: einfach weiter rühren. Irgendwann bindet alles wieder und es entsteht eine sehr schöne cremige Masse. Nach Bedarf noch aromatisieren.
Nachdem nun auch die letzte Komponente aufgetragen und gekühlt worden war, sollte nun noch eine Fondant-Decke darüber. Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit, meiner Ungeduld und zu wenig Ressourcen in Form von Fondant ist das Eindecken nicht ganz so schön geworden. Aber da es sich nur um einen Probelauf handelte, war es mir in dem Moment herzlichst egal ;)

Den Hals habe ich übrigens aus den Kuchenresten vom Zurechtschneiden und weißer Schokolade á la Cake Pops hergestellt und mit einem Schaschlick-Spieß fixiert. Schnabel und Kam sind aus Fondant. Das weißte Fondant habe ich mit einer Mischung aus klarem Alkohol und Pastenfarbe noch etwas angemalt.

Voila: Hermann, der verwirrte Hahn.



Mittwoch, 25. Dezember 2013

Winterwonderland 2013



Diese nicht ganz uneigennützige Aufforderung meiner Cousine erreichte mich, nachdem ich kurz vor Weihnachten meine Bauernhof-Torte auf meinem Facebook-Account gepostet hatte. Trotz Zeitmangel (wer hat schon an Weihnachten Zeit?) konnte ich mir diese Gelegenheit im Grunde nicht entgehen lassen. Lustiger Weise habe ich nämlich meist das Problem keine Anlässe für Torten-Übungen zu haben. In meinem Uni-Umfeld leben eher die Typen "Ernähungsbewusst", denen man nicht wöchentlich eine Sahnetorte hinstellen kann. Okay, das würde ich auch nicht wollen - aber ihr versteht was ich meine. Wenn ich also das eine oder andere Neue ausprobieren möchte, dann meist nur zu speziellen Anlässen und im Rahmen meiner Familie.

Gesagt, getan - es musste innerhalb von 2 Tagen eine Idee und die dazugehörige Umsetzung her. Und das zwischen Essensvorbereitungen für Heiligabend und Geschenkpapier. Die Idee war recht schnell gefunden: wenn es schon keine weiße Weihnacht vor der Tür geben würde, dann wenigstens auf dem Tisch. Frei nach dem Motto Winterwonderland sollte es also die typischen Weihnachts-/Wintermotive geben: Tannenbäume, Geschenke, Rentiere und natürlich Schneemänner.

Heraus kam das:


Da ich wie gesagt wenig Zeit für Experimente hatte, habe ich mir die Ideen für die Figuren aus diversen Quellen im Internet zusammen gesucht und zu einem Ganzen zusammen gefügt.
Auch der Kuchen ist dementsprechend eher schlicht gehalten - hieran will ich bei der nächsten Torte definitiv etwas ändern. Aber dann brauch ich einfach etwas mehr Zeit und Muße dafür.



So wurden also wieder die alt bewährten Tortenböden heran gezogen. Zunächst wurde Pfirsichmarmelade mit Weinbergpfirsich-Likör vermischt und auf den untersten Boden gestrichen. Darauf kam eine dünne Schicht Vanille-Tortencreme und der zweite Boden. Diese wurde mit Tortenpfirsichen belegt und mit der restlichen Creme bedeckt. Den Abschluss bildete dann der letzte Boden. Um das Ganze dann noch fondantfest und hübsch zu machen, folgte als letzte Schicht um den ganzen Kuchen herum eine Buttercreme, die ebenfalls mit einem Schuss Pfirsichlikör abgeschmeckt wurde.



Der Rand der Torte wurde anschließend mit Kokosflocken eingehüllt, um eine Schnee-Optik zu erzielen. Damit die Figuren nicht in der Buttercreme versinken, habe ich weißes Fondant in der Größe der Tortenoberfläche hauchdünn ausgerollt und als Aufleger aufgesetzt. Diese Fondantfläche wurde dann wiederum mit einem kleinen Rest Buttercreme sehr dünn eingestrichen - dies sollte als Kleber für die Figuren dienen.

Die Figuren selber haben mir diesmal den letzten Nerv geraubt, obwohl sie im Vergleich zur Bauernhof-Torte eher harmlos im Aufbau waren. Obwohl ich auch diesmal alle Figuren mit Fimo-Knete vorgestaltet habe, wollte es bei der eigentlichen Umsetzung dann gar nicht so laufen wie es sollte. Und das unter Zeitdruck, denn das Ganze ging am 24. über die Bühne und die Gäste sollten jeden Moment vor der Tür stehen. Irgendwann saß dann aber auch das letzte Geweih an Ort und Stelle und ich wähnte mich sorgenfrei. Dann aber kam der entscheidende Fehler: um die Figuren vor Schäden zu schützen, wanderten sie zum Trocknen auf einem Teller in unseren Wintergarten. Was ich dabei nicht bedachte: dort herrscht eine absolut hohe Luftfeuchtigkeit - von trocknen also keine Spur. Als ich die Figuren dann am 25. hervor holte um sie kurz darauf auf dem Kuchen zu platzieren, bemerkte ich die Misere. Alles war butterweich, kein bisschen stabil und teilweise auch noch krumm und schief.

Aber wie sagt meine Mutter immer? Dumm darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen. Nachdem sich die erste Idee (Trockenfönen mit kalter Luft) als unpraktisch herausgestellt hatte (30 Minuten mit einem Fön dastehen?!), wurde dann schließlich im Dezember ein Ventilator hervor geholt und die Figuren einer sanften Brise ausgesetzt. So konnte ich sie dann doch noch soweit stabilisieren, dass ich sie beruhigt auf der Torte verwenden konnte.




Nachdem alle Figuren ihren Platz gefunden hatten (die Bäume haben ein bisschen Erd-Optik mittels Oreo-Keks-Mehl, der Weihnachtsbaum einen Boden aus gemahlenen Honeyrings bekommen), wurde das Ganze ebenfalls mit Kokosflocken-Schnee bedeckt. Um auch den Figuren eine Schnee-Optik zu verpassen, wurde dann noch gezielt Puderzucker über ihnen durch ein Teesieb gestrichen.



Die Torte ist sicherlich nicht die Beste die ich je gemacht habe, aber optisch hat sie mir - in Anbetracht der kurzen Planungs- und Umsetzungszeit - doch recht gut gefallen. Hier und da hätte ich sicher genauer arbeiten können, aber irgendwo muss man eben Abstriche machen.
Geschmacklich konnte mich die Kreation nicht hundert prozentig überzeugen. Sie war zwar lecker, hat meine Erwartungen aber nicht ganz erfüllt. Obwohl die gleiche Tortencreme wie bei der Heimwerker-Torte benutzt wurde, ist sie von der Konsistenz her völlig anders gewesen. Für meinen Geschmack viel zu fest und damit auch sehr, sehr mächtig, obwohl sie beim letzten Mal herrlich fluffig war. Möglicherweise ist beim Anrühren etwas mit den Flüssigkeitsmengen durcheinander geraten. Darüber hinaus würde ich beim nächsten Mal auch die Creme mit Pfirsich aromatisieren - denn die Marmelade konnte nicht genug fruchtiges Aroma erzeugen, um die Creme zu durchziehen. Hier waren wir definitiv zu zurückhaltend.

Damit ist Weihnachten Fondant-technisch erst einmal abgeschlossen. Aber die diesjährigen Geschenke meiner Familie lassen auf weitere Kreationen hoffen. Man könnte meinen, sie hätten da ein Hobby bei mir entdeckt...